Kreis-BG besucht BRAM-Sortieranlage

Zu einer außergewöhnlichen Fraktionssitzung trafen sich die Mitglieder der Kreis-BG sowie die Vorsitzenden der Ortsvereine im Abfallwirtschaftszentrum der ESG in Erwitte.

Als kompetente Ansprechpartner nahmen die Herrn Schrewe und Windsheimer von der ESG und Herr Bals von der Fa. Wittekind teil, die die BRAM-Sortieranlage betreibt und den Müll als Sekundärbrennstoff für die Zementherstellung einsetzt.

Die Vertreter der ESG stellten das Abfallwirtschaftskonzept des Kreises mit den verschiedenen Standorten vor.

Am Standort Erwitte wird der Restmüll der grauen Tonne in der BRAM-Sortieranlage

Bei Wittekind automatisch nach Gewicht (Dichte) aufgeteilt und die brennbaren Anteile in briefmarkengroße Stücken zusammen mit Braunkohle im  Drehrohrofen verbrannt.

Zusätzlich verbrennt die Firma Wittekind Restmüll, der außerhalb des Kreises anfällt.

Herr Bals von der Fa. Wittekind führte die BG-Mitglieder durch die BRAM-Sortieranlage und das „Mülllager mit den verschiedensten Komponenten.

In der anschließenden Diskussion standen Fragen zur Finanzierung des Abfallentsorgungskonzeptes durch Gebühren, zum von der BG mehrmals kritisierten „Gelben Sack“ und zur Müllverbrennung im Mittelpunkt.

Der Erwitter Fraktionsvorsitzende Lothar Strauch befürwortete die Müllverbrennung hinsichtlich der Energienutzung, aber er äußerte die Befürchtung und Sorge, dass chlorhaltige Müllkomponenten und Schwermetallstäube die Anwohner belasten.

Eine lückenlose Kontrolle durch die Umweltbehörden und Transparenz sei unbedingt erforderlich, leider aber nicht immer nachzuweisen, wie zB. der bisher von der Bezirksregierung offiziell nicht aufgeklärte Staubunfall vom Mai diesen Jahres in einem Mitbewerber-Verbrennungswerk zeige.

Kritisch wurde von den Teilnehmern das geplante neue Wertstoffgesetz der großen Koalition in Berlin beurteilt. Kontrovers diskutiert wird derzeit die Frage, wer künftig die Organisationsverantwortung  für die Sammlung der Wertstoffe bekommen soll.

Einig waren sich Geschäftsführung der ESG und BG-  Kreisfraktion, dass diese Verantwortung weiter bei den Kommunen bleiben sollte.

Seitens der „GroKo“ wurde aber zunächst vereinbart, dass die Organisationsverantwortung für die Sammlung der stoffgleichen Nichtverpackungen im Zuge der Ausweitung der Produktverantwortung auf die Privatwirtschaft übertragen wird.

Die BG sprach  sich dafür aus, dass die zentralen Steuerungsmöglichkeiten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erhalten werden müsse, um deren Position deutlich zu stärken.